Hervorgehoben

En bloc!

Hallo und herzlich Willkommen auf meinem Blog! Hier könnt ihr aktuelle News und private Beiträge zur Archäologie verfolgen. Kommt doch einfach mit auf eine gemeinsame Zeitreise von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter!

Zu Beginn: Kurz und knackig!

Bevor es mit der Zeitreise losgeht, möchte ich mich eben vorstellen und euch erklären, was ich mit diesem Blog vorhabe. Mein Name ist Geraldine und ich studiere Ur- und Frühgeschichte (bzw. Archäologie-Geschichte-Landschaft) an der Universität in Münster. Zurzeit befinde ich mich noch im Master und werde (hoffentlich!) nächstes Jahr mein Studium abschließen.

Und warum jetzt dieser Blog? Das hat sehr viele und einfache Gründe! Erstens: Die Archäologie kommt vor allem in den sozialen Medien (als auch in den Printmedien) zu kurz. Die sozialen Netzwerke haben den Vorteil, Bilder zu präsentieren (ja, gerade die Archäologie lebt von Bildern!) und die wichtigsten Infos zusammenzubringen. Zweitens: In manchen Teilen Deutschlands (leider, leider auch Westfalen) ist die Archäologie nicht so verbreitet oder präsent. Allerdings spüre ich einen leichten Boom. Und das liegt, drittens, an dem momentanen Bauboom (gerade in den Großstädten), der dafür verantwortlich ist, dass immer mehr Grabungsfirmen und Denkmalbehörden zu tun bekommen.

Daher möchte ich mit euch in meine Arbeit eintauchen. Momentan befinde ich mich im Fundmagazin und auf einigen Grabungen. Parallel bereite ich meine Abschlussarbeit vor und im Sommer stehen coole Projekte an! Also, es gibt genügend zu berichten und es lohnt sich, dranzubleiben!

Staubige Grüße, Geraldine 🙂

Jerusalem 🇮🇱 – Woche 2!

English Version below!

Guten Tag! Ich melde mich wieder aus Jerusalem zurück und lasse nun Revue passieren. Auch die zweite Woche hatte es in sich und wir konnten einiges entdecken. Darunter auch ein Kanal.

Disney Channel:

Die zweite Woche verlief nach demselben Prinzip wie in der Vorwoche. Wir haben im Bereich des anstehenden Fels weiter abgetieft, doch zeigte sich am Montag noch kein Ende. Weiterhin wurden Gals, Keramik, Tesserae und Tierknochen gesammelt.

Die allgemeine Grabungssituation in meinem Qaudranten/Bereich (Foto: K. K., 2019).

Am Dienstag ein kurzer Aufschrei – oder besser gesagt Überraschung: wir konnten einen Teil des Felsen freilegen. Dabei fiel uns eine kleine Nische an der Seite auf. Nach genauerem graben und putzen stand fest: es handelt sich um einen kleinen Kanal (Abfluss vom Haus in den größeren Kanal unterhalb der römischen Straße). Dieser wurde geputzt und für die Doku fertig gemacht. Funde kamen nicht aus dem Kanal bis auf Steine und Schutt.

Pit Yoga:

Nachdem der Kanal am Mittwoch morgen fertig dokumentiert und eingemessen worden war, haben wir erneut abgetieft. Aufgrund des Kanal konnten wir die Enden des Felsen verfolgen und freilegen, sodass dieses Vorgehen weiter verfolgt wurde.

Allerdings zeigte sich gegen Donnerstag Mittag, dass wir dort nicht weitermachen konnten. Der neue Befund zeigte eine Schutt- bzw. Verfüllschicht, die wahrscheinlich als Fußboden genutzt wurde oder dazugehörte. Allerdings konnten wir bei den Restarbeiten eine Speerspitze (byzantinisch) bergen! 🙂

Indiana Jones und Keramik-Scherbe No. 3637

Ab Donnerstag nachmittag habe ich Keramik gewaschen. Hierfür werden mehrere Eimer und kleine Schrubbürsten benötigt. Die Eimer werden mit Wasser gefüllt und die Keramik dort hineingelegt. Sinnvoll ist es, die Keramik in einen anderen Eimer zu legen, damit der grobe Schmutz im Wasser aufgeweicht wird. Anschließend wird die Keramik mit den Bürsten gereinigt und in einen Kasten trocken gelegt. Wichtig ist, die Fundzettel am Eimer an die Kästen zu binden. Zum Abschluss wird die Keramik vorsortiert und beschriftet, um dann in einer Tabelle oder Datenbank festgehalten zu werden.

Prä-view:

Wie ihr seht, war die Woche abwechslungsreich. Dennoch habe ich mich sehr kurz gehalten. Viele Vorgänge wiederholen sich, sodass ich nicht jeden Schritt genauestens erkläre.

Der Beitrag für Woche 3 wird ebenfalls abwechslungsreich sein. Allerdings wird sich dieser etwas verzögern. Seid gespannt!

English Version:

Jerusalem – Week 2!

Good morning! I am uploading the latest news from Jerusalem. Also the second week was really awesome and we could find something – for example a small channel!

Disney channel!

The second week went basically like the first week. We just went deeper in the area of the solid rock but on Monday we couldn’t manage to find an end. Beside we collected glas, pottery, tesserae and animal bones.

On Tuesday a yelp – or better to say suprise: we could manage to lay open some part of the solid rock. In this case we recognised a hole on the side of the rock. After some digging and cleaning it was for sure that we found a small channel! It’s a drain from the house which leads into the bigger channel underneath the roman street. The channel was cleaned and prepared for the documentation. Findings weren’t in there only some stones and some rubbish.

Pit Yoga:

After we finished the documentation and measurements on Wednesday morning we went through to go deeper. Because of the channel we could manage to find and follow the endings so it was easier to go down.

But on Thursday midday we had to stop and couldn’t continue in this area. The new result showed us a rubble- and filling layer which maybe was use as the floor or belonged to this.

Indiana Jones and potsherd no. 3637

On Thursday afternoon I started to wash the potsherds we already collected. For this we’re used some buckets and small brushes. The buckets are filled with water and after this the potsherds are coming in there. It’s useful to put the sherds into another bucket before washing because the dirt can be easily detached. Then the sherds are cleaned by small brushes and after this it’s collected into bigger boxes so can dry into the sun.

It’s really important to put the finding paper from the buckets onto the boxes. In the end the pottery is presorted and inscripted. This informations are collected in tables or in the data bank.

Prä-view!

As you can see the week was full of different actions. But I needed to report in a short way. It’s because a lot of actions are repeating themself and I don’t need to explain everything twice.

The posting for the second weeks will also be interesting with different things but it will take some time when it’s finished! Stay tuned!

Jerusalem 🇮🇱 – Woche 1!

English Version below!

Hallo zusammen! Ich melde mich aus dem sonnigen und heißen Jerusalem. Vom 26.8. bis zum 22.9.2019 absolviere ich dort ein Praktikum. Die Grabung wird vom DEIAHL organisiert und findet auf dem Zionsberg statt.

Vorab: Aufgrund von Datenschutz und zum Schutz der Grabung verweise ich auf die Homepage und die Facebook-Seite bzgl. Bilder!

(Einige Bilder werde ich hochladen, aber nicht alle.)

Aussicht vom Zionsberg (Foto: G. Verhalen, 2019).

Ankunft & Unterkunft:

Mein Flug ging um kurz nach 6 Uhr in Amsterdam los. Gegen vormittag landete der Flieger am Flughafen Ben Gurion in der Nähe von Tel Aviv. Chaos und Hektik bestimmten das Geschehen und steigerten meine Nervösität. Die Kontrolle sowie Geldwechsel verlief reibungslos, auch die Taxifahrt.

Gegen nachmittag kam ich im Post Hostel an. Allerdings gab es Probleme mit dem Check In und konnte die erste Nacht nicht mit den anderen verbringen. Ich musste am nächsten Tag (so wie alle anderen auch) nochmal aus- und einchecken. Diesmal verlief alles ohne Probleme und relativ schnell.

Tagesablauf & Team:

Insgesamt sind wir mit 20 Grabungshelfern auf der Fläche, die von 2 Technikern, 3 Schnittleitern und einem Professor unterstützt werden.

Unser Tag beginnt recht früh. Um 5:45 Uhr müssen wir fertig vor dem Eingang der Grabung stehen. Die erste Pause geht dann von 8:30 bis 9 Uhr. Das Frühstück wird vom Hostel gestellt. Von 12 bis 13 Uhr ist Mittagspause und das Essen wird vom Institut gestellt. Gegen 14 Uhr ist Feierabend.

Der Weg von der Arbeit – führt direkt an der Mauer der Altstadt vorbei (Foto: G. Verhalen, 2019).

Another one bites the dust:

Insgesamt sind 3 – 4 Grabungsstellen zu bearbeiten. Wir konnten uns die Grabung selber aussuchen. Ich befinde mich im hinteren Teil eines größeren Grabungskomplexes bestehend aus Straßen, Kanälen, einen Kalkofen und Gebäuderesten.

Dabei handelt es sich hauptsächlich um römisch-byzantinische Befunde. Wir untersuchen zurzeit eine sehr komplexe und gleichzeitig komplizierte Gebäudestruktur. Darunter fällt eine römische Straße, unter welcher ebenso etliche Kanäle verlaufen. Darüber befinden sich Reste byzantinischer Hausstrukturen – Türschwelle, Kalkofen, Fußböden und Wandverputz. Weiter sind Mauerreste aus islamischer Zeit vorhanden.

All diese Befunde enthalten viele kleinere Funde. Von Keramik über Tierknochen bishin zu Glas und Tesserae ist alles vorhanden.

Im hinteren Bereich tiefen wir alle 10 bis 20 cm herab. So entstehen mehrere Plana und man kann so herausfinden, ob sich was am Befund ändert – sei es die Farbe, die Struktur oder der Fundanfall.

Ich arbeite direkt am anstehenden Fels und wir konnten in der ersten Woche einiges von diesem freilegen. Allerdings befindet sich noch viel unter der sandigen und staubigen Schicht, was noch freigelegt werden muss.

Meine aktueller Arbeitsplatz am anstehenden Fels (Foto: M. B., 2019).

Für das Freilegen und Putzen verwenden wir Kellen, Kehrbleche, Eimer und kleine Widerhopfe. Letzteres finde ich deutlich effektiver als seinen großen Bruder. 😀

Der kleine Widerhopf lockert die Schicht mit dessen großen und kleinen Steinen. Anschließend wird mit der Kelle das aufgelockerte Material abgezogen und das Planum begradigt. Danach kommt es in den Eimer und wird mit der Schubkarre auf den Abraum gebracht. Bei Änderungen im Befund wird mit der Kelle Feinputz gemacht und es wird mithilfe der Kamera dokumentiert.

Ich und wir alle sind gespannt, was die zweite Woche bringt! Es konnten bereits in der ersten Woche einige interessante Entdeckungen gemacht und Erkenntnisse gewonnen werden.

Für mehr Informationen und Bilder schaut doch hier vorbei:

https://www.deiahl.de (Homepage DEIAHL)

https://www.zionsberg-jerusalem.de (Grabungsprojekt Zionsberg)

https://www.facebook.com/GPIAJer/ (Facebook-Seite des DEIAHL)

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English Version

Hello everybody! I’m sending greetings from the sunny and hot Jerusalem. From the 26th August til the 22th September I’m doing an internship there. The excavation is organised by the DEIAHL and it’s located on the Mount Zion.

Attention: Because of privacy and to protect the excavation I’ll not post pictures. You can see some of them of the homepage of the Institution and on Facebook!

(I’ll upload some of the pictures but not all of them.)

Arrival and housing:

My flight started a few minutes after 6 a.m. in Amsterdam and I arrived the airport Ben Gurion in the near of Tel Aviv during the forenoon. Chaos and hectiness ruled the proceedings and raised my nervousness. The passport control and also the money exchange went positive. The same for the taxi drive to the hostel.

In the afternoon I arrived in the Post Hostel. But there were some problems with the check in so I couldn’t spend the first night with the others. On the next morning we all had to check out and then to check in again. On this time there weren’t any problems and it passed by really fast.

Daily routine and team:

On the excavation we’re about 20 students and we get support by 2 technicians and 3 trench leader and one professor.

Our day starts really early. We have to be at the excavation at 5:45 a.m. The first break is from 8:30 a.m. to 9 a.m. The breakfast is sponsored by the hostel. On 12 p.m. to 13 p.m. we have lunch (sponsored by the insitution we’re working for) and the day ends at 14 a.m.

Another one bites the dust:

All in all we have to work at three or four different trenches and we chose the one which we’re wanted to work for. I’m in the back part of a bigger congeries which includes streets, chanels, one oven and some house structures.

The features there are more roman and byzantine. At the moment we’re digging on a complicated structure of one or more buildings. A roman road is belonging to it and underneath the road there are a lot of chanels. Above the road there some findings of byzantine period: a doorsill, a limekiln, a floor and some wall plastering. There are also some mural rests from the Islamic period left.

In all of this congeries are some smaller findings like pottery, animal bones, glassea and tesserae.

In the back part we’re digging down step by step (10 to 20 cm). In the end there are a lot of plans and because of this we can find out if something is changing like the colour, structure or the number of findings.

I’m working in the back part close to the solid rock. We could found more of it when we went deeper all the time. But there is still more to find from the rock under the dusty and sandy layer.

For excavating and cleaning we’re using trowels, dustpans, buckets and small pickax‘. The last one is much better than his bigger brother. 😀

The small pickax is able to slacken the layers with its smaller and bigger stones. After this we’re using the trowels to straight the planum and remove the slackened stones. The material is put into a bucket and then it goes into the wheel barrow. If the congeries are changing we have to clean the planum with the trowels and taking some pictures with the camera to documentate it.

Everyone of us is curios about the second week. In the first week we made already interesting discoverys and some perceptions.

For more informations and pictures you can look here:

https://www.deiahl.de (Homepage DEIAHL)

https://www.zionsberg-jerusalem.de (Excavation project Zionsberg)

https://www.facebook.com/GPIAJer/ (Facebook page of the DEIAHL)

Heuneburg – Woche 4!

Die letzte Woche auf der Heuneburg ging relativ entspannt zu. Gegen Freitag vormittag machte ich mich wieder auf den Rückweg.

Erstmal zum Bettelbühl:

Am Montag und Dienstag ging es entspannt zum Bettelbühl. Dort musste das Zelt etwas gerichtet werden. Auf der einen Seite betrug die Länge 8,80m und auf der anderen nur 8,30m. So mussten wir zuerst die Sandsäcke entfernen, um anschließend die Seiten auf 8,50m zu bringen. Auch die Zeltplane musste erneut stramm gezogen werden.

Im Zelt selber haben wir rund um die Verfärbung des Grabes Holzblöcke als Absperrung angelegt, damit wir nicht ständig über die Verfärbung laufen und verdrecken.

Irgendwas mit Steinen – Alte Burg:

Nachdem wir das Zelt wieder in eine stabile Lage gebracht haben, ging es für mich am Dienstag vormittag zur Alte Burg. Wir haben den letzten Part des Schnittes putzen und dokumentieren können.

Der Schnitt am Rande des Plateau (Foto: G. Verhalen, 2019).

Danach ging es bis Donnerstag auf den Schnitt der Ostterrasse, welcher letztes Jahr während meines Praktikums geöffnet wurde. Es hat sich einiges geändert und auch hier standen die letzten Arbeiten an.

Im hinteren Abschnitt des Schnittes haben wir bis zur grauen Schicht abtragen müssen. Die anderen Schnitte wurden mit dem abgetragenen Material wieder verfüllt.

Der Abtrag erfolgte anhand eines Widerhopf und Eimern. Zwischendurch wurde der Boden mit Kellen geputzt.

Am Freitag war dann auch letztendlich meine Abreise. Für die letzten Stunden habe ich noch ein wenig geschlämmt und die Baracke geputzt. Um 10:30 Uhr war es dann soweit: für mich ging es wieder zurück nach Hause. Eine lange Reise von mehr als 12 Stunden stand bevor.

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English Version

Heuneburg – Week 4!

My last week at the Heuneburg was really relaxed. On Friday forenoon I went home again.

At first Bettelbühl:

On Monday and Tuesday we went relaxed to Bettelbühl. We had to correct the tent a little bit. On the one side we had 8,80m and one the other side 8,30m. First we had to put the sand bags to get both sides on the correct bright of 8,50m. Also the tarpaulin had to be tightened.

In the tent we had to build a barrier with some longer woods around the colour change of the grave. We did this to avoid to walk a lot around on the grave so it stays more clean and doesn’t get dirty that fast.

Something about stones – Alte Burg:

After we put the tent into the right position I had to go at the Alte Burg on Tuesday morning. We just could clean the last part of the trench we opened a few weeks ago. In the end we finished with some documentation (taking pictures).

After we finished this trench we had to go the east terrasse. There was a trench we open during my internship last year in September. A lot of things had change there and we had to do the last works.

In the back part of the trench we had to go down to a grey layer. The other trenches were close with the material from that back part.

The leveling had to be done with the pickax and some buckets. And we had to clean the planum in between with the trowels.

On Friday I had to leave already. For the last hours I did some levigation and cleaning the baracke. At the time of 10:30 a.m. it was time to go: I had to go back home – with a traveling about more than 12 hours.

Heuneburg – Woche 3!

In der dritten Woche ging es hoch her – vom Bettelbühl, Bussen, Alte Burg und Schlämmen war alles dabei!

English version below!

Alte Burg:

Am Montag war ich auf der Alte Burg unterwegs und habe zusammen mit sechs anderen Arbeitern unseren Schnitt bearbeitet. Diesesmal mussten wir wieder vorne anfangen, da der Regen einiges über das Wochenende verschmutzt hat. Dadurch ist mancher Humus wieder auf die Geologie gekommen.

Und „endlich“ hatten wir die Möglichkeit mit zwei Staubsaugern die Fläche zu reinigen. Nicht immer bekommt man den Humus mit Kellen und Kratzern weg. Die größeren Stücke, die sich in Spalten ablagern, werden dementsprechend abgesaugt.

Nach diesem Prinzip sind wir den kompletten Tag vorgegangen. Allerdings hat ein großer Schauer uns zum Abbrechen gezwungen – 30 Minuten vor dem Feierabend.

Bettelbühl:

Am Dienstag und Mittwoch ging es zum Bettelbühl. Es müsste so manches vorbereitet werden, weil ein Überwachungssystem geliefert wurde. So haben wir im Westen, Osten, Norden und Süden des Grabes vier Profilschnitte angelegt. Wir sollten bis auf die Geologie des Grabes vorgehen, was nicht ganz einfach gewesen war. Die Kiesschüttung wurde mithilfe der Pickaxt entfernt, während das Profil mit Spaten und kleinen Kellen begradigt wurde. Ständiges Anfeuchten des Bodens war ebenso wichtig. Parallel haben zwei bis drei Arbeiter die Giebel für das Zelt aufgebaut.

Am Mittwoch ging es nach dem Bettelbühl zur Schlämmstation an der Baracke. Für die letzten zwei Stunden wurde geschlämmt mit insgesamt fünf Personen.

Schlemmen oder Schlämmen?

Schlämmstation an der Baracke (Foto: G. Verhalen, 2019)

Die Schlämmstation wurde von einem der Arbeiter selbst entworfen und gebaut. Sie hat Platz für vier Personen. Neben Sickerbecken unterhalb der Siebe besitzt sie Brausen. Es werden Grob- und Feinsiebe verwendet. Das Material befindet sich in sog. Schlämmwannen.

Schlämmwannen mit Material vom Bettelbühl und der Alte Burg (Foto: G. Verhalen, 2019).

Das Material wird zuerst in einen Eimer gefüllt und mit der Brause immer wieder durchgespült, damit sich botanische (pflanzliche) Reste an der Oberfläche absetzen. Anschließend wird das Material ins Grobsieb gekippt und bearbeitet. Mit der Brause wird immer wieder befeuchtet und man muss mit den Händen ordentlich gegen das Sieb pressen, sodass man diese nach der Arbeit nicht mehr spürt.

Vom Grobsieb wird das Material ins Feinsieb abgelagert. Dort geht man nach dem gleichen Prinzip vor. Die gemachten Funde werden mit Fundzettel in einen Kasten gelegt.

Bussen:

Am Donnerstag bekam ich die Gelegenheit, auf den Bussen zu fahren. Der Bussen ist ein Berg, welcher in der Landschaft dominiert – deshalb wird er als ehemaliges Machtzentrum gehandelt.

Ausblick vom Bussen (Foto: G. Verhalen, 2019).

Wir haben bis zum Mittag Sondagen und Messungen gemacht. Bei den Sondagen handelt es sich um Eisenstänge, welche mehrere Meter tief in die Erde reichen. So kann man sich eine grobe Übersicht zur Zeitstellung verschaffen.

Unterhalb der mittelalterlichen Schicht zeigten sich tatsächlich bronzezeitliche Schichten, welche beschrieben und fotographisch festgehalten wurden.

Sondage mit Kelle und Zollstock (Foto: G. Verhalen, 2019).

Nachdem wir insgesamt 7 Sondageproben gemacht hatten, ging es an die Vermessung. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf die Höhenunterschiede (Steilhänge) gelegt.

Plateau des Bussen und die Tachy-Station (Foto: G. Verhalen, 2019).

Gegen Mittag ging es anschließend nochmal zum Bettelbühl, wo einige Plana für die Fotographie fertig gemacht worden sind.

Und wieder Bettelbühl:

Am Freitag ging es erneut zum Bettelbühl. Allerdings nicht der Dokumentation wegen, sondern um ein Zelt zu verstellen und mit Giebeln auszustatten. Der Aufbau eines solchen Zeltes erfordert viel Aufwand, Personal und Kraft. Insgesamt hat der Aufbau den kompletten Tag (8 bis 12:45 Uhr) in Anspruch genommen.

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English Version:

My third week was quite busy – from Bettelbühl, Bussen, Alte Burg and levigation everything was include.

Alte Burg:

On Monday I was at the Alte Burg, working on our new trench with six other workers. At this time we had to clean the trench from the beginning because of the rain during the weekend which washed a lot of humus onto the geology.

And finally we had the pleasure to work with two vacuum cleaner. At some point it can be really hard to clean all of the dirt with trowels and scratchers. So the bigger pieces which can stuck somewhere can be removed by the vacuum cleaner.

We used this kind of principle the whole day until it started to rain. The rain was really strong so we had to break up 30 minutes before finishing time.

Bettelbühl:

On Tuesday and Wednesday I went to Bettelbühl. We had to prepare a lot of stuff because on this days a monitoring station arrived for the safety. We did some profil trenches in the east, west, north and south of the grave. We had to go onto the geology of the grave which wasn’t easy at all. The gravel was remove by the pickaxe and the profiles got straight by the spade and the scratch. A permanent wetting was also really important for the ground. At the same time some workers built the gable for the tent.

In the afternoon on Wednesday we went to the levigation station at the baracke. For the last two hours we did some levigation with five people.

Levigation station: mud and dirt!

The station was invent and build by one worker and it has place for at least four people. Beside the infiltration basin underneath the sieve it has installed showers. For the sieves we’re using wide-mesh screen and fine screen and the material is collected in levigation tanks.

First you have to put the material into a bucket and you have to brush it a lot with the shower so that the botanic stuff get onto the surface. The botanic stuff isn’t important and it can throw away. After this the bucket with the material has to be emptied and it’s going into the wide-mesh screen. When the material went thru it it’s going into the next sieve, the fine screen. During all this time you have to put a lot of pressure by your hands and the shower over the mud. It’s really hard and after this you can’t feel your hands anymore. The findings are putted into a small box with a paper where it comes from.

Bussen:

On Thursday I got the opportunity to visit the mountain Bussen. His dominating thru the whole landscape so that we can imagine it was the centre of power.

Until midday we did some sondages and measurements. The sondages are metallic sticks which you can put some metres into depth. It’s useful to have a close look about the periods.

After seven sondages samples we did some measurements with the total station. In this case we focused on the altitude difference (scarps).

During midday we went to Bettelbühl to clean some plana for the documentation.

And again Bettelbühl:

On Friday we went to Bettelbühl again. But not because of the documentation or digging – more to biult up the tent with its gables. To build a tent like this you need a lot of people, strength and power. We just needed the whole day to finish the tent from 8 a.m. to 12:45 p.m.

Heuneburg – Woche 2!

Meine zweite Woche auf der Heuneburg ist vorbei und werde euch nun berichten, was sich getan hat. Diesesmal ging es an die Alte Burg, welche sich einige Kilometer von der Heuneburg befindet.

Sunnenuntergang an der Baracke (Foto: G. Verhalen, 2019)

Die Alte Burg:

Die Alte Burg befindet sich 9km von der Heuneburg entfernt in Nähe der Ortschaft Langenenslingen. Es handelt sich um einen umgestalteten Bergsporn mit einem Plateau. Heute befindet sich darauf ein Wald. Bisher wird und kann nur spekuliert werden, um was es sich wirklich handelt. Von Kultstätte bis Hippodrom ist alles an Vermutungen vorhanden.

Rolling stones:

Direkt am Montag wurde nahe am Rand des Plateaus ein neuer Schnitt aufgemacht. Doch zuerst mussten Laub und Sträucher entfernt werden. Die Messpflöcke sowie Fluchtstangen waren schon Tage zuvor gesetzt worden. Gleichzeitig mussten wir auf bestimmte Pflanzenarten achten, die relativ selten oder vom aussterben bedroht sind. Diese mussten mitsamt Wurzel ausgegraben und woanders eingepflanzt werden.

Danach wurden die Schnittgrenzen gemacht und eingemessen. Das Niveau und die Nägel für die SFM-Fotos (Structure from Motion) sind ebenso gemessen worden – alles natürlich mit Tachy! Bei den SFM-Nägeln ist es möglich, diese per Laser anzupeilen, sodass direkt ohne Prisma gemessen werden kann. Damit können Höhenubterschiede als auch Entfernungen gemessen werden. Aus diesen Messungen entsteht der Plan für die Grabungsfläche.

Abschließend wurden Fotos mit Maßstab, Nordpfeil und Fototafel gemacht. Das Übersichtsfoto (worauf die ganze Fläche zu sehen sein sollte) wird von einer Leiter geschossen. Aufgrund der Bäume und sonnigen Wetter waren diese leider nicht so gut. Schatten wird für die Dokumentation gerne bevorzugt!

Nach den Messungen und ersten Dokumentationen (u.a. Fotos) wurde die Humusschicht abgetragen. Wir sind bis auf die Geologie (in diesem Fall Steine) runtergegangen. Die Reinigung der Fläche ist nicht einfach und erfolgt mit folgenden Werkzeugen: Spitzkellen und Wolfskratzer zum reinigen der Steine bzw. Schicht, Pickaxt und Spaten zum Abstechen und Abtragen der Fläche, Schaufel, Truc und Eimer zum Entfernen des Abraums.

Nach diesem Prinzip sind wir die komplette Woche vorgegangen. Das Putzen und Abtragen der Fläche ist aufgrund der Geologie sowie Wurzeln nicht möglich. Auch das herabfallende Laub und starker Regen machen die Sache nicht besser. Wir kommen aber sehr gut voran!

Steine sind ok:

Die sog. Geologie ist die natürliche Beschaffenheit des Bergsporns. Die Steine bestehen aus Kalksteinen. Leider ist unser Schnitt bisher fundarm (2 Keramikscherben). Durch anschließendes Schlämmen können aber mehr Funde geborgen werden.

Geologie an der Alte Burg (Foto: G. Verhalen, 2019).

Parallel zu unserer Grabung finden zwei weitere Schnitte Verwendung für Volontäre. Im Zwei-Wochen-Takt kommen Freiwillige vorbei und graben mithilfe zweier Techniker an den Grabungsflächen. Beide Schnitte sind sehr fundreich – bad luck für uns Archäologen.

Dennoch sieht es vielversprechend aus und evtl. können die nächsten Grabungen und deren Funde endlich eine Antwort auf die Funktion der Alte Burg geben.

Das war es auch soweit von dieser Woche. Seid weiterhin gespannt!

Gerry

Heuneburg – Woche 1!

Sonnenaufgang an der Heuneburg (Foto: G. Verhalen, 2018)

Hallo! Ich absolviere zurzeit einen ehrenamtlichen Dienst auf der Heuneburg (22.07.-16.08.2019). Es handelt sich dabei um ein DFG-Langfristprojekt, welches den Schwerpunkt auf das Umfeld der Heuneburg legt. Dieses Projekt wurde 2012 ins Leben gerufen und wird bis zu 12 Jahre andauern.

Die Unterkunft & Tagesablauf:

Die Grabungshelfer sind in einer Unterkunft im Graben nebst des Heuneburg-Plateaus untergebracht. Vor der Baracke sind Parkplätze für das Personal vorhanden, dahinter befinden sich ein Container mit Geräten, eine Schlämmstation und ein Feuerplatz.

Die Unterkunft besteht aus einem Aufenthaltsraum, ein Büro, einer Küche, einer Dusche, einem Klo- und Waschraum sowie mehreren Zimmern (1 Einzel-, 1 Doppel- und 2 Viererzimmer/n).

Um halb 8 müssen alle Grabungshelfer bereitstehen. Anschließend wird sich auf die Autos verteilt. Einige fahren zur Alte Burg und die anderen zum Bettelbühl. Um 10 Uhr ist Frühstücks- und um 13 Uhr Mittagspause. Gegen halb 5 ist Feierabend.

Bettelbühl – Woche 1:

Die Bettelbühl-Nekropole befindet sich 2,5km von der Heuneburg, im Donauniedertal. Zu damaliger Zeit waren diese vom Plateau sichtbar. Aufgrund des Pflugs durch die Landwirtschaft sind diese nur per Geoprospektion sichtbar.

Im Jahr 2010 wurde dort das Grab einer Keltenfürstin entdeckt. Aus Angst vor dem anstehenden Frost und Grabräubern wurde das Grab en bloc geborgen. So konnten Restauratoren und Archäologen in Ruhe die Beigaben und Bestattungen freilegen. Somit kamen einige Goldbeigaben in Form von Schmuck zutage. Neben der eigentlichen Bestattung gab es noch zwei weitere (einer Dienerin? und ein Kind). Jedoch muss der Zusammenhang noch geklärt.

Ich putze hier nur!

In dieser Woche stand uns Arbeit in Kombination mit starker Hitze bevor. Es war sehr anstrengend, dennoch haben wir diese Woche sehr gut gemeistert. Auf dieser Grabung arbeiten neben einem Grabungstechniker zwei Kroaten, zwei Spanier und zwei Deutsche. Gesprochen wird meist in Englisch.

Die Grabung an der Bettelbühl-Nekropole (Foto: G. Verhalen, 2019)

Wir mussten einige Kiesschichten bzw. den Kiesring (die Aufschüttung) entfernen und auf ein Niveau bringen. Benutzt wurden Pickaxt, Kratzer, Kellen und Schaufeln. Für den Abraum gibt es einen Minitruc, sodass wir nicht mit Eimern ständig über die Fläche laufen müssen.

Die Steine aus der Kiesschüttung wurden mit der Pickaxt bearbeitet, sodass diese locker auflagen. Der Rest wurde mit Kratzern entfernt und in den Minitruc geschaufelt. Neben den Abtragen des Kiesringes wurde die Fläche immer befeuchtet und mit (Spitz)Kellen geputzt.

Am Donnerstag wurden wir um die Mittagszeit vom Grabungstechniker zurückgerufen, weil es zu heiß gewesen war. Daraufhin mussten wir die Fenster und den Boden unserer Unterkunft – wir nennen sie liebevoll Baracke – putzen.

Nach Feierabend ging es meist zur Donau zum sonnen und abkühlen. Es ist sogar möglich, das Bier dort kalt zu halten. 😉

Entspannen an der Donau (Foto: G. Verhalen, 2019)

Leider gab es nicht mehr zu tun, da noch Entscheidungen über die nächsten Schritte ausstehen. Ich hoffe, dass sich das in dieser Woche ändert.

Ich werde mich Ende der Woche oder Anfang nächster Woche wieder melden und berichten.

Bis dahin,

Gerry!

Your dirt is not clean enough – ein kurzes Glossar!

Ganz spontan kam mir der Einfall, ein kurzes und knackiges Glossar zu erstellen. In meinen bisherigen Beiträgen habe ich einige Fachbegriffe eingebracht, die nicht ganz verständlich sind. Während des Beitrags ist es oft schwierig, alle Dinge zu erklären. Nun möchte ich ein paar Begriffe vorstellen und wie sie im Archäologen-Slang verwendet werden.

B:

Befund: Darunter versteht man einen größeren und zusammenhängenden Komplex von Funden oder Verfärbungen. Bestes Beispiel: Gräber. Das Grab an sich stellt den gesamten Befund dar und der Inhalt die Funde (Knochen, Beigaben etc.).

E:

en bloc: Stammt ursprünglich aus dem Französischen und bedeutet ‚im Ganzen‘. Dieser Begriff wird für sog. Blockbergungen verwendet.

F:

Flint: Viele kennen den Begriff besser unter dem Wort Feuerstein. Der Feuerstein ist ein Gestein, welches während der Eiszeiten entstand und nach Rückgang der Gletscher als dessen Überbleibsel im Boden geblieben ist. Zudem kann man den Feuerstein in weitere Unterkategorien fassen, was ich aber jetzt schön sein lasse. Grüße gehen raus an die Paläontologen und Geologen! 😛

Fund: Ein einzelnes Objekt, z. B. Keramikgefäß (s. oben bei „Befund„).

P:

Planum: Was merkwürdig klingt, ist ganz easy erklärt. Damit wird ganz einfach die Grabungsfläche von oben bzw. die gerade zu bearbeitende Fläche gemeint. Die Mehrzahl lautet „Plana“.

Prisma: Die Alternative zur Messlatte. Es handelt sich um ein Gerät zum Messen in Kombination mit dem Tachymeter (s. unten). Das Tachy sendet beim Messvorgang Laser aus, die vom Prisma wieder reflektiert werden.

Profil: Sobald ein Befund (s. oben) dokumentiert wird, ist es nötig, ihn nochmal mit Schaufel, Spaten, o.ä. nach unten abzutiefen. Heißt: eine Hälfte wird aus dem Boden entnommen und die gerade Kante, welche die Strukturen des Befundes nach unten zeigt, nennt man Profil. Die Sicht von vorne.

Putzen: Dieser Begriff klingt komisch für eine Grabung, meint aber: Profile und Plana werden „gesäubert“, d. h. mit der Kelle wird milimeterweise ein Stück Boden bzw. Material von der Oberfläche abgezogen. Nennt man „Feinputz„.

S:

Spitzkelle: Kann man ebenso als Maurerkelle bezeichnen (sieht auch so aus). Sie wird für Feinarbeiten benutzt („Feinputz„, s. unter „Putzen„).

T:

Tachymeter: Ein Gerät, was die Höhen und Entfernungen misst. Anhand dieses Gerätes können ebenso Pläne erstellt werden. Sie finden nicht nur auf Grabungen Verwendung, sondern auch und gerade im Baubereich.

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Die Idee des Glossar würde ich in Zukunft gerne beibehalten. Sobald ich neue Slangs anwende, werden diese im nächsten Glossar erläutert.

Ich hoffe, dass dadurch einiges verständlicher wird.