Hervorgehoben

En bloc!

Hallo und herzlich Willkommen auf meinen Blog! Hier könnt ihr aktuelle News und private Beiträge zur Archäologie verfolgen. Kommt doch einfach mit auf eine gemeinsame Zeitreise von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter!

Zu Beginn: Kurz und knackig!

Bevor es mit der Zeitreise losgeht, möchte ich mich eben vorstellen und euch erklären, was ich mit diesen Blog vorhabe. Mein Name ist Geraldine und ich studiere Ur- und Frühgeschichte (bzw. Archäologie-Geschichte-Landschaft) an der Universität in Münster. Zurzeit befinde ich mich noch im Master und werde (hoffentlich!) nächstes Jahr mein Studium abschließen.

Und warum jetzt dieser Blog? Das hat sehr viele und einfache Gründe! Erstens: Die Archäologie kommt vor allem in den sozialen Medien (als auch in den Printmedien) zu kurz. Die sozialen Netzwerke haben den Vorteil, Bilder zu präsentieren (ja, gerade die Archäologie lebt von Bildern!) und die wichtigsten Infos zusammenzubringen. Zweitens: In manchen Teilen Deutschlands (leider, leider auch Westfalen) ist die Archäologie nicht so verbreitet oder präsent. Allerdings spüre ich einen leichten Boom. Und das liegt, drittens, an dem momentanen Bauboom (gerade in den Großstädten), der dafür verantwortlich ist, dass immer mehr Grabungsfirmen und Denkmalbehörden zu tun bekommen.

Daher möchte ich mit euch in meine Arbeit eintauchen. Momentan befinde ich mich im Fundmagazin und auf einigen Grabungen. Parallel bereite ich meine Abschlussarbeit vor und im Sommer stehen coole Projekte an! Also, es gibt genügend zu berichten und es lohnt sich, dranzubleiben!

Staubige Grüße, Geraldine 🙂

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Mensch, denkmal!

Kurzer Zeitungsartikel über das Fundmagazin!

Vor ein paar Wochen hatten wir Besuch in unserem Fundmagazin von den Westfälischen Nachrichten. Dabei haben meine Kollegen den Journalisten durch unser kleines, aber feines Depot geführt. Nun ist am Pfingstmontag (09.06.2019) der Artikel hierzu erschienen.

Ich bin nicht im Bericht zu finden, aber einer meiner „Flintis“ hat es als Foto dort hinein geschafft. 🙂

Hier der Link zum Artikel:

https://m.wn.de/Muenster/3812689-Fundmagazin-der-Stadtarchaeologie-10-000-Jahre-Menschheitsgeschichte-in-der-Speicherstadt

Und vor allen Dingen viel Spaß beim lesen! 🙂

Exkursion zur Heuneburg! – Part II

Nachdem wir zwei interessante und informative Führungen zur Heuneburg gemacht haben, ging es Sonntag morgen wieder zurück. Auf dem Rückweg gab es einen kurzen Zwischenstopp am Glauberg in Hessen. Dort haben wir das Museum (diesmal ohne Führung) besucht.

Die 25 Repliken des Keltenfürsten vom Glauberg

Und wieder Kelten!

Vor den Kelten ist nach den Kelten. Nach der Heuneburg ist vor dem Glauberg. Der Glauberg befindet sich in Hessen, genauer gesagt im Ronneburger Hügelland. Bekannt ist dieser Ort als keltischer Fürstensitz. Hier wurden bereits einige Grabhügel sowie Wälle dokumentiert. Wie auch an der Heuneburg soll hier das Umfeld des Glauberg in Zukunft genauer betrachtet werden.

„Wir haben Angst davor, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt“

Angeblich erfolgte diese Aussage nach einem kurzen Zusammenstoß zwischen Römern und Kelten.

Furchtlose Krieger – so auch der bekannteste Fund am Glauberg. Es handelt sich dabei um das Abbild eines Kriegers. Der Kopf bzw. die Kopfbedeckung erinnern eher an Micky Maus. Die Gesichtszüge aber lassen was anderes erkennen: Sie wirken mongolisch. Ob es sich wirklich um einen Mongolen gehandelt hat, kann man selbstverständlich nicht sagen. Zudem sollte man nicht viel hinein interpretieren. Entdeckt wurden der Krieger und der Grabhügel im Jahre 1994.

Insgesamt gibt es noch drei weitere Statuen, die nur fragmentiert erhalten sind und vermutlich der komplett erhaltenen ähneln. Das Material ist Sandstein. Die Original-Statue und die Fragmente befinden sich im Museum. Bei den Statuen auf den Bildern handelt es sich um detailgetreue Repliken (Kopien).

Furchtlos macht sexy – ein echter Kelte!

Forschungsgeschichte:

Einige Funde sind bereits aus dem 17. und 18. Jahrhundert bekannt. Auch Anfang des 20. Jahrhunderts fanden einige Entdeckungen statt. Leider wurden viele Dokumente und Funde im zweiten Weltkrieg zerstört. Den absoluten Höhenflug erlebte der Glauberg ab Mitte der 80er, ehe Anfang/Mitte 90er das Areal geomagnetisch prospektiert wurde. Die Untersuchungen dauern noch bis heute an, da hier ca. 7000 Jahre Siedlungsgeschichte vorliegen. Man darf auf die zukünftigen Ausgrabungen und Ergebnisse gespannt sein.

Fazit:

Leider hält sich mein Wissen über den Glauberg in Grenzen, sodass ich nicht viel dazu schreiben kann (Auch der kurze Museumsbesuch hat nichts daran geändert aufgrund des Informations-Input). Dennoch gehe ich davon aus, dass es sich ähnlich wie an der Heuneburg verhält und ein weiterer keltischer Fürstensitz mit Sicherheit vorliegt.

Wer dennoch hungrig auf mehr Informationen zum Glauberg und Micky Maus ist, darf gerne hier vorbeischauen:

http://www.keltenwelt-glauberg.de

http://www.fuerstensitze.de/1118_Landschaftsarchaeologie_Glauberg.html

http://www.fuerstensitze.de/1120_Fuerstensitz_Glauberg.html

Und noch was: Zurzeit befindet sich eine Sonderausstellung (noch bis Ende Oktober) über die Keltenfürstin der Heuneburg dort!

Prä-View:

Im nächsten Blog werde ich einige Begrifflichkeiten aus den letzten Blogbeiträgen erklären. So ganz lassen sich Fachtermini doch nicht vermeiden und es ist schwer, alle in einem Beitrag zu deuten.

Deswegen, seid gespannt und bis dahin! 🙂

Der Glauberg mit Umland – vorne der Grabhügel I.

Exkursion zur Heuneburg! – Part I

Am vergangenen Wochenende (17.05.-19.05.2019) hat die Fachschaft der Ur- und Frühgeschichte in Münster eine Exkursion zur Heuneburg organisiert. Am Samstag wurden wir durch das Museum in Herbertingen und auf dem Freilichtmuseum herumgeführt. Auf der Rückfahrt haben wir einen kurzen Zwischenstopp am Glauberg in Hessen gemacht. Dort befindet sich zurzeit eine Sonderausstellung „Das Geheimnis der Keltenfürstin von der Heuneburg“.

Umland der Heuneburg. Unten die Donau und hinten im Bild der Berg Bussen.

Die Heuneburg – ein keltischer Fürstensitz!

Man liest und hört viel von der Heuneburg. Kaum zu glauben, dass es nördlich der Alpen einen so großen und mächtigen Ort gegeben haben soll. Und doch heißt es bei dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot von Halikarnassos (480/490 v. Chr. – 424 v. Chr.):

Es fließt der Nil nämlich aus Libyen und schneidet Libyen mitten durch; und wie ich jedenfalls vermute – wobei ich von Bekanntem auf Unbekanntes schließe –, kommt er aus den entsprechenden Entfernungen wie der Istros (die Donau). Der Istros entspringt bei den Kelten und der Stadt Pyrene, strömt mitten durch Europa hindurch und teilt es – die Kelten aber sind außerhalb der Säulen des Herakles, Nachbarn der Kynesier, die als letzte von den Völkern Europas gegen Westen wohnen –; es mündet aber der Istros ins Meer, indem er durch ganz Europa in den Pontos Euxeinos fließt, da, wo Istria liegt, eine Kolonie der Milesier.

Herodot II, 33 (Wikipedia)

Die Archäologen sind sich sicher, dass es sich hierbei um die Heuneburg handelt. Ein 300x190m großes Bergplateau mit mehreren Wall- und Grabanlagen. Außerdem befinden sich etliche Grabhügel und ehemalige Nekropolen in der Nähe. Darunter befinden sich die Speckhau-, die Gießübel-Talhau- und Bettelbühl-Nekropole. Weiter gibt es den Hohmichele, den Lehenbühl und die Baumburg, welcher allerdings nur als möglicher Grabhügel angesehen wird. In unmittelbarer Nähe des Hohmichele – besser gesagt direkt daneben – befindet sich zudem eine Viereckschanze. Durch den Waldbestand ist diese im Gelände nicht mehr richtig sichtbar.

Vor der Heuneburg befand sich eine Außensiedlung, die bereits in den Jahren 2004/2005 ergraben wurde. Man geht davon aus, dass diese zum Plateau gehörte. Schätzungen zufolge sollen dort ca. 3500 bis max. 4000 Menschen gelebt haben. Eine Hafenanlage soll es ebenfalls gegeben haben, welche aber noch nicht entdeckt worden ist.

Auch im weiteren Umfeld der Heuneburg lassen sich interessante Sachen finden. 9 km nordwestlich der Heuneburg in Langenenslingen liegt ein 2 ha großer Bergsporn, auch Alte Burg, genannt. Viele Geheimnisse und Mythen ranken sich auf den von Menschenhand umgestalteten Bergsporn. Die Alte Burg wird nämlich nicht unter eine „normale“ Siedlung gefasst, sondern als Kult- bzw. Versammlungsplatz. Im Jahre 1894 fand die erste dokumentierte Ausgrabung statt, wo menschliche Skelette entdeckt wurden. Ein weiterer Aspekt ist, dass jegliche Gebäudestrukturen fehlen und durch geomagnetische Prospektion nicht nachzuweisen sind. Die Form des Bergsporns erinnert an eine Art Pferderennbahn, wie sie aus dem mediterranen Bereich bekannt sind (zumal Verbindungen und Handel zu den Etruskern bestanden). Meiner Meinung nach fehlen noch ausschlaggebende Beweise für diese These, aber der Vorschlag an sich klingt spannend und sollte weiter verfolgt werden.

Bei Zwiefalten-Upflamör befindet sich eine ca. 5,1 ha große tarpezförmige Burg, die Große Heuneburg genannt wird. An deren Nordseite liegt eine Wall-Graben-Anlage, vermutlich die Vorburg. Die genaue Funktion und mögliche Beziehung zur Heuneburg sind noch nicht abschließend geklärt. 2016 konnten anhand geomagnetischer Messungen ein Hausgrundriss ausgemacht werden. Dieser datiert zwischen 600 bis 670 n. Chr. Im Innenraum der Hauptburg gab es einen massiven Fundanfall, der ein Anzeichen dafür ist, dass die Burg in der frühen Keltenzeit besiedelt gewesen sein muss.

Auch der Bussen wird immer öfter mit der Heuneburg in Beziehung gebracht. In den bisherigen Grabungen und Prospektionen konnten hier mehrere Epochen festgemacht werden. Jedoch müssen diese Maßnahmen begrenzt werden, da sich auf dem Berg eine mitteralterliche Burg befunden hat, welche im 17. Jahrhundert durch einen Brand zerstört worden ist. Daher mussten diese Strukturen zuerst dokumentiert werden, um an die unteren Schichten (Eisenzeit) zu kommen.

Nennenswert ist hier noch die oben bereits erwähnte Bettelbühl-Nekropole. Sie befindet sich 2,4 km südöstlich in der Donauniederung und in Sichtweite. Im Jahr 2010 fand eine der spektakulärsten Blockbergungen statt: Es wurde eine etwa 3,60×4,50 m große und unberaubte Grabkammer aus Bohlen geborgen. Das Grab der sog. Keltenfürstin enthielt etliche Goldbeigaben und eine weitere Frauenbestattung. Außerdem gab es neben diesem Grab eine Nebenbestattung eines kleinen Mädchen.

And again: Das Umland der Heuneburg. Unten ist die Donau abermals zu erkennen.

Zusammenfassung:

In diesem Blog zur Heuneburg musste ich mich etwas kurz halten. Es gibt etliche Bücher und Literatur zu diesem Fürstensitz und dessen Umland. Ich habe meine Informationen aus dem vierwöchigen Praktikumsaufenthalt im letzten Jahr, den Führungen im Museum Herbertingen und auf dem Freilichtmuseum bezogen.

[Anzeige/Werbung] Für Interessierte lege ich das Buch Die Heuneburg – keltischer Fürstensitz an der oberen Donau nah. Dieses ist in beiden Museumsshops sowie im Internet erhältlich (im Shop natürlich günstiger und lohnt sich mehr in Kombi mit beiden Museumsbesuchen 😉 !). Ich empfehle auch den 8 km langen Archäologischen Wanderweg mit mehreren Stationen.

Weiter habe ich folgende Literatur herangezogen:

  • D. Krausse et al., Die Heuneburg – keltischer Fürstensitz an der oberen Donau ³(Stuttgart 2017).
  • D. Krausse – L. Hansen – R. Tarpini, Heuneburg – Alte Burg – Bussen. Neue Ausgrabungen im Umfeld der ältesten Stadt Mitteleuropas, Schwäbische Heimat 4, 2018, 436-444.
  • Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrene_(Stadt) (zuletzt aufgerufen am 26.05.2019)

Nur ein paar Klicks entfernt:

Prä-View Part II!

Im kommenden Blog berichte ich über den Zwischenstopp am Glauberg in Hessen. Dort haben wir ebenfalls das Museum, allerdings ohne Führung, besucht inkl. der Sonderausstellung über die Keltenfürstin.

Also, dran bleiben und bis dahin!

Ihr habt doch einen Spaten!

Was ziehe ich heute an?

In dem heutigen Blog erzähle ich euch etwas zum Thema Arbeitsklamotten und -Werkzeuge. Und glaubt mir: es klingt weder nach Indiana Jones noch nach Dinosauriern. Auch heute muss der Pinsel leider in der Tasche bleiben!

Auch bei uns Archäologen gibt es bestimmte Vorschriften, was Kleidung und Sicherheit anbelangt. Viele werden jetzt denken: „Was? Für pinseln braucht ihr doch keine Sicherheitsschuhe!?!“ Und doch: das wichtige für unsere Arbeit sind Sicherheitsschuhe! Benötigt werden S3-Schuhe, weil diese durchtrittssicher sind. Ich möchte nur ungerne mit normalen Schuhwerk in einen großen Nagel treten – nein, danke! Zudem besitzen diese Schuhe (wie alle anderen Sicherheitsschuhe auch) eine Stahlkappe. Man wundert sich, warum wir diese tragen. Das ist einfach erklärt: Wir arbeiten oft mit Gerätschaften, wie Spitzhacken, Schaufeln, Spaten (s. Bild) und Schubkarren- und harten Steinen.

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Mir persönlich ist es schon oft passiert, dass die oben genannten Gerätschaften auf den Fuß gefallen sind. Und ohne Stahlkappe heißt es nicht nur „Autschn!“, sondern auch hallo Arbeitsunfähigkeit für die nächsten Wochen!

Neben dem Schuhwerk ist es besonders wichtig, wetterfeste Kleidung zu tragen. Tatsächlich tragen wir Arbeitshosen (links im Bild sehen wir wie man es nicht tun sollte…), und auch nette Regenjacken. Handschuhe dürfen natürlich nicht fehlen. Es können manchmal Blasen oder Schwielen entstehen, wenn man den ganzen Tag über schaufelt oder putzt. Die Handschuhe dienen nicht nur zum Schutz gegen Dreck, sondern auch der eigenen Gesundheit! Der Hut ist nur ein Klischee, dennoch sollte man ihn zu warmen bis heißen Sommertagen tragen. Und denkt bitte dabei immer an Sonnencreme und viel trinken, Kinners!

Zudem tragen viele meiner Kollegen – und DAS unterscheidet uns definitiv von den Bauarbeitern – eine kleine Spitzkelle in der Tasche! Es sieht nicht nur trendig aus, sondern man hebt sich direkt von der Masse ab. Nein, just kidding! Die Kelle gehört zu unserem Standardwerkzeug und ist aus dem Alltag eines Archäologen gar nicht mehr wegzudenken. Sie wird u.a. für Feinarbeiten (z.B. Profile und Plana putzen -> zu Deutsch: Schnitte und Fläche in einen dokumentationswürdigen Zustand bringen) verwendet.

Den Spaten auf dem Bild verwenden wir für etwas härtere Arbeiten, z. B. wenn eine neue Fläche aufgemacht wird (zum Abstechen der Fläche) oder ein kleinerer Schnitt in der Grabungsfläche, damit die Befunde eine gerade Kante erhalten. Wir legen sehr großen Wert darauf!

Die Haufen, die dabei entstehen, werden natürlich mit Schaufel und Schubkarre entsorgt. Das kann durchaus anstrengend sein, je nach Bodenbeschaffenheit und Grabung. Bei Stadtgrabungen hat man es oft mit Lehmen, Steinen, Schutt und Fundament- sowie Mauerresten zu tun.

Um diese Materialen einfacher zu entfernen, braucht man eine Spitzhacke! Und ich sage euch: an heißen Sommertagen mit Arbeitshose, Schuhen mit Stahlkappen und T-Shirt ist das gar nicht lustig, sondern Quälerei – soviel zum Thema „wir pinseln nur“ …

Es gibt noch viele weitere Instrumente, die wir benutzen. Ich kann sie allerdings nicht alle aufzählen, da sie meist auch für Feinarbeiten verwendet werden (je nach Befund und Grabungsprojekt unterscheiden sich die Werkzeuge). Aber ich gebe euch noch Input für einen bestimmten Arbeitsbereich und dessen Werkzeuge!

Take nothing but pictures!

In den oberen Abschnitten habe ich von „dokumentationswürdigen“ Zustand gesprochen. Doch was bedeutet das? Werkzeuge, wie Schaufel, Spaten und Schubkarre werden wie gesagt für gröbere Arbeiten (Freilegen von Befunden, Abstechen der Fläche) genutzt. Die Spitzkelle und ähnliche Gerätschaften sind für den Feinputz geeignet, wo die letzten Krümmel entfernt werden, um einen Befund oder Fund besser zu erkennen. Nachdem diese beiden Schritte getan sind, geht es an den eigentlichen und wichtigsten Teil der Arbeit: Die Dokumentation!

Hierfür werden Maßstäbe, ein Nordpfeil, ein Tachymeter mit Prisma oder Meßlatte, eine Kamera und Zeichenutensilien benötigt. Mit der Kamera, den Maßstäben und den Nordpfeil werden die gerade schön fertig geputzten (Be-)Funde fotographiert. Anschließend (je nach Bedarf, Grabung, Vorgaben, Zeit etc.) werden die fotographierten Befunde gezeichnet. Zu den Zeichenmaterialien gehören Milimeterpapier, ein extra Klemmbrett, ein Etui mit Bunt-, Blei- und Radierstiften sowie eine Wasserwaage. Leider gehen diese Dinge schnell auf Grabungen verschütt (genau wie die Spitzkellen!), sodass man in manchen Etuis drei Bleistifte, aber keinen Radierstift oder eine Wasserwaage, dafür keine vernünftigen Buntstifte hat. 😀

Mit den Tachymeter werden die Schnittgrenzen der Fläche, Befunden, Profile etc. eingemessen. Und je nach Programm kann man damit echt coole Pläne erstellen – vorausgesetzt, man hat das Geld. Viele Programme sind leider kostenpflichtig und nicht gerade günstig. Mittlerweile verwenden wir auf den Grabungen auch Drohnen und die Bilder sind richtig hammer!

Anhang!

Tja, was soll ich weiter sagen? Wir benutzen etliche Werkzeuge und Gerätschaften, wie man erkennt. Ich habe im Internet nach einer guten Seite recherchiert (ACHTUNG ANZEIGE: KANN SPUREN VON WERBUNG ENTHALTEN!): es handelt sich um eine Bestell-Plattform von allerlei Werkzeugen für Archäologen! Dort findet ihr neben Bildern auch die Preise, um mal einen groben Überblick zu bekommen. Denn alles kann ich leider nicht auflisten, aber wer sich dafür interessiert, kann gerne auf folgenden Link gehen:

http://www.xn--praehistorika-archologenbedarf-dtc.de/

oder wer sich speziell für Tachys interessiert (kann man sich mal „gönnen“!):

https://www.vermessungsartikel.de/Tachymeter-Totalstation

Prä-view!

Ehrlich gesagt, weiß ich noch nicht, über was ich berichten soll. Ich habe zwei Möglichkeiten und werde mich im Laufe der Woche entscheiden. Bis dahin, macht et jut! Eure Geraldine 🙂

Vorsicht! Kann Spuren von Staub enthalten!

Zu allererst: Was ist Archäologie?

Archäologie – was verbindet man mit Archäologie? Oft hört man als Archäologe „Das muss doch toll sein so als Archäologe! Wie Indiana Jones!“, „Und? Habt ihr schon Gold gefunden?“ oder „Grabt ihr nicht die Dinos aus?“. Manchmal sogar „Ich kann mir nichts besseres vorstellen, als die ganze Zeit mit einen Pinsel oder Löffel zu arbeiten“.

Aaaaaber: Keine dieser Aussagen trifft wirklich zu! Wir sind keine Abenteurer, die wie Indiana Jones mit einer Liane über die Schlucht springen und nach Goldschätzen suchen. Die Löffel und Pinsel sind nicht in unseren eigentlichen Utensilien enthalten – außer bei Feinarbeit. Auch die Dinos gehören nicht zu unseren Aufgaben, weil sie in viel tieferen Schichten liegen und sich nicht mit der Menschheitsgeschichte befassen.

Und schon haben wir das Stichwort: Menschheitsgeschichte. Der Archäologe und die Archäologie befassen sich mit der Menschheitsgeschichte, d.h. vom ersten Erscheinen der Menschen bzw. Menschenaffen bis heute (in Wien sagt man bis „vorgestern“). Dabei spaltet sich die Archäologie noch in weitere Untergruppen, wie z.B. prähistorische Archäologie, Ägyptologie, biblische Archäologie, klassische Archäologie, christliche Archäologie etc. Es handelt sich bei der Archäologie vereinfacht gesagt um Geschichte, sodass wir unter die Kategorie der Geisteswissenschaftler fallen. Gleichzeitig können wir ebenso Anthropologen und Ethnologen sein. Wir interessieren uns nicht nur für Knochen und Keramik, sondern mehr für die Geschichte dahinter:

Wie haben die Menschen damals gelebt? Wie haben sie ihre Häuser gebaut, ihre Keramik und Werkzeuge produziert? Wie waren die Sozialstrukturen? Wie wurden Kulte oder Rituale ausgeübt? Welchen Glauben vertraten unsere Vorfahren? Das sind Fragen, die sich ein Archäologe stellt, wenn er etwas entdeckt hat und es auswerten möchte.

Ur- und frühgeschichtliche Archäologie – mein Fachgebiet!

Ich werde oft gefragt, welche „Art“ von Archäologie ich ausübe. Mein Studiengang nennt sich Archäologie-Geschichte-Landschaft (Bachelor) bzw. Ur- und Frühgeschichte (Master) – vereinfacht gesagt: prähistorische Archäologie. Neben der ur- und frühgeschichtlichen Archäologie habe ich bis zum Bachelor klassische & christliche Archäologie studiert. Allerdings hat es mich nicht so gereizt wie die prähistorische Archäologie. Insbesondere interessiert mich der Abschnitt Steinzeit (Paläolithikum, ca. 7 – 4 Mio. Jahre) über die Mittelsteinzeit (Mesolithikum, ab 9600 v. Chr.) bis zum Neolithikum (ab 5500/5600 v. Chr.). Über die genauen Anfänge und Enden lässt sich streiten. Das ist sowohl regional als auch länderübergreifend sehr verschieden und nicht einheitlich.

Aber was gibt es darüber soviel zu erzählen? Über die Römer und Griechen weiß man doch viel mehr, würden einige Laien oder gar Historiker behaupten. Das stimmt nicht ganz. Selbstverständlich weiß man mehr über die Römer und Griechen, da sie vieles niederschrieben. Dennoch bedeutet das nicht, dass es über die vorigen Epochen kaum Informationen gibt. Im Gegenteil, denn es gibt etliche Fundplätze! Diese beinhalten alles mögliche über Tierknochen von Steinartefakten bis zur Keramik und Siedlungsresten. Schriften erzählen zwar Geschichten, aber die Funde zeigen das wahre Leben unserer Ahnen. Und ja, ich muss das betonen, da ich ein Geisteswissenschaftler bin und gerne Werbung für mein Fach mache! Dazu gehört eben der nötige Respekt. 🙂

Trotzdem muss ich gestehen (in diesem Sinne: Schande über mein Haupt) bin ich nicht der Keramik-Typ. Ich finde es cool, sie zu entdecken, die eigentliche Bearbeitung und Arbeit überlasse ich doch lieber meinen Kollegen. 😀

Meine „Favorites“ hingegen sind Tierknochen, Stein- und Flintartefakte (ich nenne sie liebevoll „Flintis“) sowie Pfahlbauten. Letzteres gehört mehr zur Unterwasserarchäologie, aber eben unheimlich spannend (Zu diesem Thema findet man interessante und informative Dokus auf YouTube!). Das heißt aber nicht, dass ich ein richtiger „Pro“ (oder Nerd) in diesen Gebieten bin. Auch ich lerne immer wieder neu dazu und durch die moderne Technologie findet man viele neue Dinge heraus.

Wie ihr seht, kann man einiges über die Archäologie erzählen. Allen Themen und Aufklärungen kann nicht ganz gerecht werden, gebe aber mein Bestes, um mich kurz zu halten! 🙂

Ach, da war noch was…

Ich habe noch gar nicht erwähnt, warum mein Blog „En bloc“ heißt. Das Wort „en bloc“ leitet sich aus dem Französischen ab und bedeutet ‚im Ganzen‚  (https://www.duden.de/rechtschreibung/en_bloc). Gemeint ist eine Blockbergung: Dort wird ein Objekt oder manchmal ein Individuum im kompletten Block geborgen. Somit wird die Sicherheit dieses Objekts/Individuums gewährleistet und kann im Depot oder Fundmagazin besser bearbeitet werden.

Ich selbst habe schon Blockbergungen durchgeführt. Es erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl, Konzentration sowie Schnelligkeit und kann zum richtigen Nervenkitzel werden.

Anhang

So, ich habe euch einen kurzen Einblick in die Definition der Archäologie geben können. Ich hoffe, ihr versteht jetzt, womit sich die Archäologie befasst. Im nächsten Blog geht es dann auch schon um die Arbeitskleidung und Arbeitswerkzeug.

Also bis dahin, eure Geraldine 🙂